Die Angebotsfrist ist der Zeitraum, der den Bietern zur Verfügung steht, um ihr Angebot für den ausgeschriebenen Auftrag zu erarbeiten und beim Auftraggeber einzureichen. Im Offenen Verfahren beginnt die Angebotsfrist mit dem Absenden der Bekanntmachung durch die Vergabestelle. Die Frist endet bei Vergabeverfahren nach der VOB/A mit der Öffnung der Angebote, bei Vergabeverfahren nach der VOL/A zu dem in den Vergabeunterlagen angegebenen Zeitpunkt. Die Angebotsfrist ist eine Ausschlussfrist, so dass Angebote, die später eingereicht werden, grundsätzlich vom Verfahren ausgeschlossen werden. Für die Abgabe von Angeboten sind Auftraggeber verpflichtet, hinreichend bemessene Fristen festzusetzen. Der Gesetzgeber bestimmt hier – mit Ausnahme des Verhandlungsverfahrens und des Wettbewerblichen Dialoges (dort müssen die Fristen lediglich zur Angebotserstellung angemessen sein) – nur Mindestfristen, die den Bietern zur Angebotslegung eingeräumt werden müssen. Unter bestimmten Voraussetzung ist eine Verkürzung der Mindestfristen möglich, wenn zum Beispiel elektronische Medien eingesetzt werden oder eine Beschleunigung wegen Dringlichkeit vorliegt.