Eine zentrale Herausforderung bei der wirtschaftsstatistischen Erfassung des Tourismus besteht darin, dass die amtlichen Statistik nach dem Angebot von Branchen aufgebaut ist. Branchen (Wirtschaftszweige) werden nach den von ihnen produzierten Gütern und Dienstleistungen klassifiziert, sodass sich ihre Einkommens- und Beschäftigungswirkungen direkt aus Kennzahlen wie Produktionswert, Wertschöpfung oder Beschäftigung ableiten lassen.
Die Tourismuswirtschaft als Querschnittsbranche ist hingegen nachfrageseitig definiert und umfasst Teile verschiedener angebotsseitig definierten Branchen, wie etwa Beherbergung, Gastronomie, Transport oder Reiseveranstalter, jedoch nur in dem Umfang, in dem deren Leistungen von Touristen nachgefragt werden. Dadurch lassen sich aus den amtlichen Branchenkennzahlen keine unmittelbaren Aussagen über die volkswirtschaftliche Bedeutung des Tourismus ableiten.
Die Lücke schließt das Tourismus-Satellitenkonto (englisch Tourism Satellite Account, TSA). Er ermöglicht eine konsistente und international vergleichbare Messung der touristischen Wertschöpfung und Beschäftigung im Kontext der volkswirtschaftlichen Gesamtrechnungen.
Für eine fundierte Bewertung der ökonomischen Bedeutung des Tourismus in Hamburg werden aktualisierte Daten benötigt. Die neue Datengrundlage soll sich auf das Jahr 2024 beziehen und damit eine belastbare Referenz für den Vergleich mit Jahren 2015 und 2019 sowie für künftige Berechnungen schaffen. Zugleich ist die Vergleichbarkeit der Kennzahlen im Zeitverlauf, mit anderen Bundesländern und mit anderen Branchen ebenfalls wichtig. Weitere Details siehe Vergabeunterlagen.