Das Qualitätskriterium umfasst 6 Unterkriterien (Konzepte):
Q1: Konzept zur Identifizierung bzw. Aktualisierung des Bestandes an relevanten Betrieben. Bewertungspunkte/Gewichtung: max.5.
Die Bieter stellen dar, wie sie die im ATLAS-Projekt bereits vorliegende Bestandsaufnahme von rund 680 relevanten Betrieben der Automotive-Industrie in der Region Südwestfalen (inkl. Stadt Hagen) systematisch überprüfen und aktualisieren. Erwartet wird ein methodisch nachvollziehbares Vorgehen zur Fortschreibung der Datenbasis, insbesondere im Hinblick auf Betriebsschließungen, neu hinzugekommene Automotive-Betriebe sowie produkt- und leistungsbezogene Neuorientierungen im Zuge der Transformation.
Darzustellen sind insbesondere:
o die genutzten Datenquellen und Zugänge,
o das Vorgehen zur Parametrisierung und Klassifizierung der Betriebe,
o die Sicherstellung von Aktualität, Konsistenz und Nutzbarkeit der Daten für die weitere Netzwerkarbeit im Projekt ATLAS.
Q2: Konzept zur Analyse von regionsbezogenen Potenzialen zu ausgewählten Technologietrends . Bewertungspunkte/Gewichtung: max.15.
Die Bieter legen ein Konzept zur Analyse regionsbezogener Potenziale ausgewählter Technologie- und Marktentwicklungen innerhalb und außerhalb des Automotive-Sektors vor. Ziel ist es, regionale Betriebe bei der strategischen Ausrichtung auf neue Technologien und innovationsträchtige Marktfelder zu unterstützen.
Darzustellen ist:
o nach welchen Kriterien relevante Technologietrends (z. B. Smart Metal, Wehrtechnik) ausgewählt werden,
o wie Technik- und Marktentwicklungen analysiert und bewertet werden,
o wie durch die Auswertung von Forschungs- und Innovationsdatenbanken potenzielle Kooperationspartner, insbesondere Forschungseinrichtungen, identifiziert werden.
Der Ansatz soll handlungsorientiert sein und konkrete Anknüpfungspunkte für regionale Unternehmen liefern.
Q3: Konzept zur Zuordnung von regionalen Industriebetrieben zu potenziellen Entwicklungsszenarien. Bewertungspunkte/Gewichtung: max.15.
Die Bieter beschreiben, wie auf Basis der Ergebnisse aus der Unternehmensbestandsaufnahme sowie der Analyse von Technologietrends Szenarien für eine zukünftige industrielle Wertschöpfung und Beschäftigung in Südwestfalen entwickelt werden.
Darzustellen ist insbesondere:
o das methodische Vorgehen zur Entwicklung der Szenarien,
o die Kriterien zur Zuordnung regionaler Industriebetriebe zu diesen Szenarien,
o die Nutzbarkeit der Ergebnisse für die Initiierung von Netzwerken und Kooperationsprojekten im Rahmen von ATLAS.
Q4: Konzept zur Anbahnung von Vernetzung und Kooperationen durch Interviews. Bewertungspunkte/Gewichtung: max.45.
Die Bieter stellen dar, wie qualitative Interviews mit Unternehmensvertretern sowie mit Akteuren aus industrienahen Institutionen und Verbänden in Südwestfalen durchgeführt und ausgewertet werden. Ziel ist es, die entwickelten Technologie- und Marktszenarien auf ihre Praxistauglichkeit zu überprüfen und weiterzuentwickeln.
Zentrale Aspekte sind:
o das Konzept zur Auswahl der Interviewpartner,
o die Durchführung und Auswertung von rund 20 Interviews,
o die strukturierte Aufbereitung der Ergebnisse für die praktische Arbeit der ATLAS-Netzwerkpartner sowie für die Weiterentwicklung der Regionalstrategie.
Die Interviews sollen zugleich der inhaltlichen Vorbereitung des regional-wirtschaftlichen Dialogs dienen.
Q5: Konzept für den sozialpartnerschaftlich-partizipativen Dialog mit Stakeholdern. Bewertungspunkte/Gewichtung: max.10.
Die Bieter legen dar, wie aufbauend auf den Ergebnissen der vorangegangenen Analysen und Interviews ein Konzept für sozialpartnerschaftlich-partizipative Dialog- und Veranstaltungsformate entwickelt wird. Ziel ist die Stärkung der regionalen Zusammenarbeit der Sozialpartner sowie die Unterstützung der Kooperation zwischen Betriebsparteien auf Unternehmensebene.
Darzustellen sind insbesondere:
- geeignete Dialog- und Veranstaltungsformate,
- deren Zielgruppen und inhaltliche Ausrichtung,
- der Beitrag der Formate zur Sensibilisierung, Aktivierung und Unterstützung von Transformationsprozessen in der Region.
Q6: Personaleinsatzkonzept. Bewertungspunkte/Gewichtung: max.10.
Die Bieter legen mit dem Angebot ein "Personaleinsatzkonzept" vor. Die Organisation, Qualifikation und Erfahrung des mit der Ausführung betrauten Personals hat in Anbetracht der vorliegend zu vergebenden Unterstützungsleistungen aus Sicht der Auftraggeberin erheblichen Einfluss auf das Niveau der Auftragsdurchführung. Im Rahmen des Personaleinsatzkonzepts müssen die geplanten Mitarbeiter und deren Qualifikation, sowie idealerweise bereits erworbene Erfahrungen vorgestellt werden. Gewünscht wird zudem eine interdisziplinäre Zusammensetzung des Beratungspersonals.
Im Rahmen des Konzepts sind auch die Vertretungsregelungen für den Fall von Krankheit, Urlaub u.ä. darzulegen. Ferner müssen folgende Aspekte beleuchtet werden:
- In welcher Personalstärke und mit welchen Kapazitäten plant der Bieter die jeweiligen Leistungen zu erbringen. Die Angaben sind zu begründen.
- Der Bieter hat schließlich konkret anzugeben, wie zeitlich flexibel die Berater - auf die Anforderung der Auftraggeberin hin - in den Unternehmen und in der Projektbearbeitung einsetzbar sind.
Darüber hinaus erwartet die Auftraggeberin folgende weitere Leistungen
- Grundlegendes Projektmanagement, z.B. Abstimmung mit der Auftraggeberin, Steuerung projektinterner Abläufe
- Prozessmanagement, z.B. Systematische Entwicklung und Aufbereitung handlungsrelevanter Themen
- Transfermanagement organisieren und weiterentwickeln, z.B. Zuarbeit für Transferveranstaltungen
- Aktive Einbindung ins Projektkonsortium, z.B. Systematische und analytische Reflexion der Projektinhalte, Vorgehensweisen sowie der Zielerreichung des Vorhabens zwischen den Projektbeteiligten.
Die Auftraggeberin legt insgesamt Wert auf eine innovative Ausgestaltung der Konzepte und der Vorstellung kreativer, erfolgsversprechender und möglichst konkreter Vorschläge durch den Bieter. Die entsprechenden Konzepte werden Vertragsbestandteil und gehen in die Angebotswertung ein. Sie dürfen insgesamt einen Umfang von 10 Seiten (Arial, Schriftgröße 11) nicht übersteigen. Bei einer Überschreitung werden nur die ersten 10 Seiten für die Wertung herangezogen.
An die o. g. Zuschlagskriterien bestehen folgende Mindestanforderungen:
- Das jeweilige Angebot muss beim Kriterium Qualität insgesamt mindestens 40 Punkte (von max. 100 Punkten) erreichen.
- Beim Kriterium Preis darf das Angebot einen maximalen Pauschalfestpreis für 25 Tagewerke in Höhe von EUR 30.000 ohne Ust. nicht überschreiten (Kostenobergrenze aufgrund zuwendungsrechtlicher Vorgaben).
Nur Angebote, welche die vorgenannten Anforderungen erfüllen, werden zur Wertung zugelassen.