GLOSSAR ZUM VERGABERECHT
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W

WAHLPOSITIONEN search for term
Siehe auch Alternativpositionen. Wahlpositionen sind im Leistungsverzeichnis aufgeführte Grundpositionen, die der Auftraggeber alternativ beauftragt.
WERTGRENZEN search for term
Öffentliche Aufträge mit einem Wert unterhalb der EU-Schwellenwerte, sind grundsätzlich in einer öffentlichen Ausschreibung zu vergeben. Eine Ausnahme hiervon existiert u.a. dann, wenn der Aufwand der öffentlichen Ausschreibung in einem Missverhältnis zur Höhe der ausgeschriebenen Leistung steht. In diesem Fall darf die Vergabestelle auf eine Freihändigen Vergabe oder die Beschränkte Ausschreibung zurückgreifen. Um die Grenze für ein solches Missverhältnis zu konkretisieren, existieren in vielen Bundesländern rechtlich festgeschriebene Wertgrenzen, bis zu deren Höhe auf eine öffentliche Ausschreibung verzichtet werden darf.
WERTUNGSKRITERIEN search for term
Anhand der Wertungskriterien werden die Angebote verglichen und entschieden, welcher Bieter den Zuschlag erhält. Daher wird synonym auch der Begriff Zuschlagskriterien verwendet. Dabei ist der Zuschlag demjenigen Bieter zu gewähren, der das wirtschaftlichste Angebote abgeben hat. Dabei braucht nicht allein auf den niedrigsten Preis abgestellt zu werden. Zunehmend müssen Aspekte der Energieeffizienz berücksichtigt werden. Wertungskriterien dürfen nicht mit Eignungsanforderungen vermengt werden. Es gibt kein „Mehr an Eignung“. Wertungskriterien gehören zu den Vergabeunterlagen.
WERTUNGSSTUFEN search for term
Nach Eingang der Angebote erfolgt die Prüfung und Wertung der Angebote in vier Stufen. Auf der ersten Wertungsstufe erfolgt eine formale Prüfung, auf der zweiten Wertungsstufe die Prüfung der Eignung eines Bieters und auf dritter Wertungsstufe wird die Angemessenheit der angebotenen Preise überprüft. Erst auf der vierten Wertungsstufe wird das wirtschaftlichste Angebot anhand der bekannt gegebenen Zuschlagskriterien ermittelt. Die Wertungsstufen müssen getrennt voneinander geprüft werden, eine Vermischung ist unzulässig. Insbesondere darf auf der vierten Stufe grundsätzlich nicht erneut die Eignung des Bieters berücksichtigt werden.
WETTBEWERBLICHER DIALOG search for term

Der Wettbewerbliche Dialog ist ein Verfahren zur Vergabe besonders komplexer Aufträge oberhalb der Schwellenwerte, bei denen es dem Auftraggeber nicht möglich ist, die technischen Mittel, mit welchen seine Bedürfnisse und Ziele erfüllt werden können oder die rechtlichen und/oder finanziellen Konditionen des Auftrags anzugeben. Diese werden in einem transparenten, wettbewerblichen Verfahren "im Dialog" mit den Bietern erarbeitet. Der Wettbewerbliche Dialog soll insbesondere etwa für große Infrastrukturprojekte zur Anwendung kommen.

WETTBEWERBSPRINZIP search for term

Gemäß § 97 Abs. 1 GWB sind Aufträge im Wettbewerb zu vergeben. Der Wettbewerbsgrundsatz gehört zu den tragenden vergaberechtlichen Grundsätzen. Aus ihm ergibt sich, dass der öffentliche Auftraggeber bei der Vergabe öffentlicher Aufträge stets für größtmöglichen Wettbewerb zu sorgen hat. Dieser Verpflichtung wird der Auftraggeber u.a. dadurch gerecht, dass er in der Regel das offene Verfahren bzw. die öffentliche Ausschreibung wählt, die nachgefragte Leistung eindeutig und erschöpfend sowie produktneutral beschreibt etc. Ausdruck des Wettbewerbgebots ist auch das Prinzip des Geheimwettbewerbs: dadurch, dass kein Bieter vom Angebotsinhalt eines Konkurrenten Kenntnis haben darf, soll für den öffentlichen Auftraggeber das beste Preis-Leistungs-Verhältnis erzielt werden.
Auch müssen Bieter, die nachweislich wettbewerbsbeschränkende Abreden getroffen haben, vom Vergabeverfahren ausgeschlossen werden.

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