GLOSSAR ZUM VERGABERECHT
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TARIFTREUE search for term
Mit „Tariftreue“ wird die gegenseitige Verpflichtung umschrieben, einen geschlossenen Tarifvertrag unbedingt gemäß Sinn und Zweck, Wortlaut und Historie der getroffenen Vereinbarungen durch die vom Tarifvertrag betroffenen Tarifpartner einzuhalten. In öffentlichen Vergabeverfahren können Auftraggeber von den Bietern sog. Tariftreueerklärungen verlangen, mit der diese erklären, dass sie ihre Mitarbeiter tariflich entlohnen. Nahezu alle Bundesländer haben hierfür in entsprechenden Tariftreue- und Vergabegesetzen die gesetzliche Grundlage hierfür geschaffen.
TARIFTREUEGESETZ search for term
Ein deutschlandweites Tariftreuegesetz zur tariflichen Entlohnung bei öffentlichen Aufträgen konnte bislang nicht durchgesetzt werden. Heute gibt es in den meisten Bundesländern Tariftreuegesetzte mit unterschiedlichen Regelungsinhalten.
TED (TENDERS ELECTRONIC DAILY) search for term

Unter der URL ted.europa.eu befindet sich die Onlinedarstellung des “Supplements zum Amtsblatt der Europäischen Union“ für das europäische öffentliche Auftragswesen oberhalb der Schwellenwerte. Unternehmen können hier alle Aufträge der öffentlichen Hand, die bestimmte Auftragswerte übersteigen, kostenfrei recherchieren. Seit Juli 1998 steht das Amtsblatt S ausschließlich elektronisch zur Verfügung.

TED-DATENBANK search for term
Medium zur Publikation von Bekanntmachungen oberhalb der Schwellenwerte. Ist unter ted.europa.eu zu finden. Hier dürfen aber auch freiwillig Leistungen mit Auftragswerten unterhalb der Schwellenwerte oder auch Dienstleistungskonzessionen ausgeschrieben werden.
TEILLOS search for term
siehe hierzu Lose
TEILNAHMEANTRAG (TNA) search for term
Bei einem dem Nichtoffenen Verfahren (bzw. der Beschränkten Ausschreibung) oder dem Verhandlungsverfahren (bzw. der Freihändigen Vergabe) vorgeschalteten Teilnahmewettbewerb müssen interessierte Unternehmen einen Antrag auf Teilnahme an dem nachfolgenden Angebotsverfahren innerhalb der vorgegebenen Bewerbungsfrist einreichen. Der Auftraggeber hat hierzu zuvor in der Bekanntmachung (und ggf. in den Vergabeunterlagen) festgelegt, welche (Eignungs-)Nachweise die Unternehmen (zum Beispiel Referenzen) mit dem Teilnahmeantrag vorzulegen sind. Auf der Grundlage dieser Nachweise wählt der Auftraggeber diejenigen Unternehmen aus, die ein Angebot abgeben sollen bzw. mit denen er über den Auftrag verhandeln will.
TEILNAHMEWETTBEWERB search for term
Ein Teilnahmewettbewerb ist eine dem Nichtoffenen Verfahren und dem Verhandlungsverfahren bzw. der Beschränkten Ausschreibung oder der Freihändigen Vergabe vorgelagerte Vorauswahl geeigneter Unternehmen für die spätere Angebotsabgabe. Dabei werden Unternehmen in der Bekanntmachung öffentlich aufgefordert, ihre Teilnahme zu beantragen. Der öffentliche Auftraggeber wählt unter den eingegangenen Teilnahmeanträgen die Unternehmen aus, welche er zur Abgabe von Angeboten auffordern will oder jene, die zu Verhandlungen bei der Freihändigen Vergabe einbezogen werden sollen. Hierzu gibt er in der Bekanntmachung an, welche (Eignungs-)Nachweise die (z.B. Referenzen o.ä.) Unternehmen mit dem Teilnahmeantrag vorlegen müssen und auf der Grundlage welcher objektiven Kriterien er seine Auswahl trifft.
TRANSPARENZGEBOT search for term
Verfahrenstransparenz herzustellen, ist ein Grundanliegen des Vergaberechts. Der vergaberechtliche Grundsatz der Transparenz ist in § 97 Abs. 1 des Gesetzes gegen Wettbewerbsbeschränkungen (GWB) geregelt. Er verlangt, dass öffentliche Auftraggeber, in Vergabeverfahren einen angemessenen Grad an Öffentlichkeit herzustellen, so dass die Vergabe öffentlicher Aufträge für den (EU-weiten) Wettbewerb geöffnet werden. Das Transparenzgebot verpflichtet öffentliche Auftraggeber dazu, die bevorstehende Auftragsvergabe allgemein so bekannt zu machen, dass interessierte Unternehmen die Möglichkeit erhalten, sich um den ausgeschriebenen Auftrag zu bewerben. Hierzu sind etwa die Eignungs- und Zuschlagskriterien bekanntzumachen. Aus dem Transparenzgebot folgt auch die Pflicht des Auftraggebers, das Vergabeverfahren umfassend und nachvollziehbar zu dokumentieren. Der Transparenzgrundsatz gilt auch für Vergabeverfahren unterhalb der Schwellenwerte.

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