GLOSSAR ZUM VERGABERECHT
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GEHEIMHALTUNG search for term
Wesentliches uns unverzichtbares Kennzeichen einer Auftragsvergabe im Wettbewerb ist die Gewährleistung eines Geheimwettbewerbs zwischen den Unternehmen, die an dem Vergabeverfahren teilnehmen. Nur dann, wenn jeder Bieter die ausgeschriebene Leistung in Unkenntnis der Angebote, Angebotsgrundlagen und Angebotskalkulation seiner Mitbewerber um den Zuschlag anbietet, ist ein echter Bieterwettbewerb möglich. Die Angebote müssen daher in einem verschlossenen Umschlag bzw. – bei elektronischen Angeboten – verschlüsselt eingereicht werden. Die Auftraggeber müssen die Angebote vertraulich behandeln. Die Vergabe- und Vertragsordnungen für Leistungen und Bauleistungen ordnen ergänzend an, dass die Angebote derjenigen Bieter, die in Bezug auf die Vergabe eine unzulässige wettbewerbsbeschränkende Abrede getroffen haben, ausgeschlossen werden.
GENERALUNTERNEHMER search for term
Bieter, der in der Regel Teile der Bauleistung an Subunternehmer/Nachunternehmen vergibt, jedoch – im Gegensatz zum Generalübernehmer – wesentliche Teile der Leistung selbst ausführt. Unter einem “wesentlichen Teil” versteht man in der Regel mindestens ein Drittel der Leistung. Die Position eines General- bzw. Hauptunternehmers zeichnet sich weiterhin dadurch aus, dass nur dieser gegenüber dem Auftraggeber vertraglich gebunden und zur Erbringung der vereinbarten Leistung verpflichtet ist. Vor allem haftet der Hauptunternehmer dem Auftraggeber allein für die fristgerechte und mangelfreie Ausführung des gesamten Auftrags, also auch für den auf einen Subunternehmer übertragenen Teil. Unmittelbare vertragliche Rechte und Pflichten zwischen Auftraggeber (Vergabestelle) und dem Nach- bzw. Subunternehmer bestehen dagegen grundsätzlich nicht.
GENERALÜBERNEHMER search for term
Bieter, der die Leistung nicht, auch nicht zum Teil, selbst erbringt und lediglich für die Vermittlung, die Koordination und Planung zuständig ist. Der Generalübernehmer (auch “Bauleistungshändler” genannt) führt also die Leistung nicht selbst oder höchstens nur unwesentliche Teile der Leistung selbst aus, er legt die Ausführung von Bau- oder Lieferleistungen vollständig in die Hände von Sub-/ Nachunternehmern.
GEWERK search for term
Die Gesamtheit aller einzelnen Arbeitsbereiche im Handwerk wird als Gewerk bezeichnet. Die verschiedenen Gewerke eines Auftrags werden oftmals einzeln ausgeschrieben und separat vergeben.
GLEICHBEHANDLUNGSGEBOT search for term
Der Gleichbehandlungsgrundsatz ist eines der tragenden Prinzipien des Vergaberechts. Die Teilnehmer an einem Vergabeverfahren sind gleich zu behandeln, es sei denn eine Benachteiligung ist gesetzlich ausdrücklich geboten oder gestattet (§ 97 Abs. 2 des Gesetzes gegen Wettbewerbsbeschränkungen, GWB). Europarechtlich wird der Gleichbehandlungsgrundsatz auch als Diskriminierungsverbot bezeichnet. Die Pflicht zur Gleichbehandlung durchzieht alle Phasen des Vergabeverfahrens und verlangt, dass allen Bewerbern und Bietern gleiche Chancen beim Zugang zum Wettbewerb und der Möglichkeit, den Zuschlag zu erhalten, eingeräumt werden. In der Praxis bedeutet das vor allem, dass alle Bieter über den gleichen Informationsstand verfügen müssen, für alle Bieter einheitliche Fristen und Eignungs- bzw. Zuschlagskriterien gelten und diese auch auf alle Bieter gleichmäßig angewendet werden.
GRUNDPOSITION search for term
Grundpositionen sind die Standardleistungen, die ein Auftragnehmer zu erbringen hat. Sie werden im Leistungsverzeichnis einer Ausschreibung aufgeführt, wo grundsätzlich auch Alternativpositionen und Bedarfspositionen vom jeweiligen Auftraggeber definiert werden können.
GWB search for term
Gesetz gegen Wettbewerbsbeschränkungen. Enthält grundlegende Vorschriften zu Anwendbarkeit und Grundsätzen des Vergaberechts und zum Rechtsschutz. Betrifft in erster Linie Beschaffungen oberhalb der Schwellenwerte.

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