Die Bürgerstiftung Bietigheim-Bissingen beabsichtigt den Neubau eines Mehrfamilienhauses in der Panoramastraße 44 in 74321 Bietigheim-Bissingen. Die Stiftung ist eine kommunale Stiftung des bürgerlichen Rechts mit dem Ziel, gemeinwohlorientierte Projekte, insbesondere im Bereich bezahlbaren Wohnraums, zu fördern. Geplant ist ein Wohngebäude mit 6 Wohneinheiten, teilweise gefördert und teilweise barrierefrei. Der Bauantrag wurde bereits eingereicht, eine Baugenehmigung liegt vor, die Ausführungsplanung ist weitestgehend erbracht. Die Gesamtwohnfläche beträgt ca. 440 m2 bei einer Bruttogrundfläche von rund 837 m2. Gegenstand des vorliegenden Verfahrens ist die europaweite Vergabe von Projektsteuerungsleistungen im Verhandlungsverfahren mit vorgeschaltetem Teilnahmewettbewerb für die Projektentwicklung des Neubaus eines Mehrfamilienhauses für die Bürgerstiftung der Stadt Bietigheim-Bissingen.
Gegenstand des Vertrages werden die Projektsteuerungsleistungen sowie Projektleitung gemäß des Leistungsbilds nach Heft Nr. 9 der AHO-Fachkommission "Projektsteuerung/Projektmanagement", Stand März 2020. Beabsichtigt ist eine Beauftragung von Leistungen der Projektsteuerung für die Projektstufen 1 und 3 (jeweils in Teilen), sowie 4 und 5 (bis zur Fertigstellung aller Leistungen) sowie Leistungen der Projektleitung. -------------------------------------------------------------------Die Beauftragung der Projektsteuerungsleistungen bezieht sich dabei auf alle Handlungsbereiche des Leistungsbildes: (A) Organisation, Information, Koordination und Dokumentation(B) Qualitäten und Quantitäten(C) Kosten und Finanzierung(D) Termine, Kapazitäten und Logistik(E) Verträge und Versicherung-------------------------------------------------------------------Die Beauftragung der Projektleitung bezieht sich dabei auf die Leistungen des §3, Abs. 2 des Heft Nr. 9 der AHO.
Verlängerungen sind nicht vorgesehen, jedoch abhängig von Planungsfortschritten
Der vorgesehene Projektleiter und das Projektteam sind vorzustellen: - Vorstellung der Projektbeteiligten hinsichtlich Erfahrungen und Qualifikationen. Wo liegen ggf. Kernkompetenzen? - Sitzt das Team an einem Ort? - Erläutern Sie Vertretungsregelungen. - Wie werden der Wissensaustausch und die Kommunikation im Team sichergestellt (Methoden, Tools, etc.)? - Erläutern Sie die vorgesehenen Mitarbeiterkapazitäten: Wie soll der Personaleinsatz des Projektteams aussehen? (Organigramm, Zuständigkeiten, etc.) - Welche Projekte werden durch die Mitglieder des Projektteams während des Projekts parallel bearbeitet?
Die vorgesehene Projektabwicklung ist anhand von mindestens einer vergangenen, möglichst vergleichbaren Projektreferenz aufzuzeigen: - Welche Parallelen (z.B. Planungsinhalte, Schwierigkeitsgrad, Strukturen, etc.) bestehen zum anstehenden Projekt? Wie wurde damit umgegangen? - Welche Erfahrungen wurden aus dem/den Referenzprojekt/en gewonnen; gibt es neue Erkenntnisse für zukünftige Projekte? (Hinweis: Eine Präsenz an mindestens 3 Tagen pro Woche in der wesentlichen Ausführungsphase bzw. an 4 Tagen während des Innenausbaus wird außerdem vorausgesetzt.)
- Welche Methoden und Managementwerkzeuge werden bei dem anstehenden Projekt zur Erreichung der Projektziele eingesetzt hinsichtlich - Der Einhaltung von Qualitätszielen? - Der Einhaltung von Kostenzielen? - Der Einhaltung von Terminzielen?
Der Bieter mit dem wirtschaftlich günstigsten Angebot erhält 5 Punkte. Ein fiktiver Angebotspreis, der 1,5-mal so teuer ist, erhält 0 Punkte. Die Preise der übrigen Angebote werden im Verhältnis zu der Punktzahl des günstigsten Bieters linear prozentual schlechter bewertet. Es erfolgt eine kaufmännische Rundung auf zwei Dezimalstellen.
Ein Nachprüfungsantrag ist nach § 160 Abs. 3 S. 1 GWB unzulässig, soweit: 1) der Antragsteller den geltend gemachten Verstoß gegen Vergabevorschriften vor Einreichen des Nachprüfungsantrags erkannt und gegenüber dem Auftraggeber nicht innerhalb einer Frist von 10 Kalendertagen gerügt hat; der Ablauf der Frist nach § 134 Abs. 2 GWB bleibt unberührt; 2) Verstöße gegen Vergabevorschriften, die aufgrund der Bekanntmachung erkennbar sind, nicht spätestens bis zum Ablauf der in der Bekanntmachung benannten Frist zur Angebotsabgabe gegenüber dem Auftraggeber gerügt werden; 3) Verstöße gegen Vergabevorschriften, die erst in den Vergabeunterlagen erkennbar sind, nicht spätestens bis zum Ablauf der Frist zur Angebotsabgabe gegenüber dem Auftraggeber gerügt werden; 4) mehr als 15 Kalendertage nach Eingang der Mitteilung des Auftraggebers, einer Rüge nicht abhelfen zu wollen, vergangen sind
Bei dem gewählten Vergabeverfahren handelt es sich um ein Verhandlungsverfahren mit vorgeschaltetem öffentlichen Teilnahmewettbewerb und EU-weiter Bekanntmachung. Rechtsgrundlagen der Vergabe sind das Gesetz gegen Wettbewerbsbeschränkungen GWB 2016 und die Vergabeverordnung VgV 2016 (Streichung von § 3 Absatz 7 Satz 2 VgV, 23.08.2023). ---------------------------------------------------------------Dieses Verfahren findet in zwei Stufen statt:- Stufe 1 - TN-Wettbewerb: Öffentlicher Teilnahmewettbewerb, 3 Büros werden ausgewählt- Stufe 2 - Angebotsphase: Verhandlungstermine mit Bieterpräsentationen mit 3 Büros. ---------------------------------------------------------------Teilnahmeberechtigt sind alle natürlichen und juristischen Personen, die die in der Vergabebekanntmachung geforderte Eignung aufweisen sowie Bewerbergemeinschaften, die die Eignungsanforderungen erfüllen. ---------------------------------------------------------------Beteiligt sich ein Unternehmen mehrfach (sei es als Bewerber, Mitglied einer Bewerbergemeinschaft oder Unterauftragnehmer) an diesem Vergabeverfahren, so kann dies zum Verfahrensausschluss aller Bewerber/Bewerbergemeinschaften, bei denen das jeweilige Unternehmen beteiligt bzw. als Unterauftragnehmer vorgesehen ist, führen. ---------------------------------------------------------------Mit der Einreichung des Teilnahmeantrags gelten die Bedingungen des Verfahrens und die Vergabeunterlagen als anerkannt. ---------------------------------------------------------------Sollte es nach Zuschlagserteilung zu einer rechtlich begründeten Kündigung des Vertrages einzelner Lose oder Gewerke kommen, behält sich der Auftraggeber vor, die Leistung unter Einhaltung der angebotenen Preise an den Bieter des nächstrangniedrigeren Angebotes zu geben.
Das Nachfordern von fehlenden Unterlagen entscheidet der Auftraggeber im Einzelfall gem. §56 VgV. Ein Anspruch auf Nachforderung besteht nicht (beispielsweise bei Ausschluss aufgrund nicht erreichter Mindestanforderungen). Im Falle von Nachforderungen durch den Auftraggeber: Werden Unterlagen nicht fristgemäß nachgereicht, vervollständigt oder korrigiert, wird der Teilnahmeantrag ausgeschlossen.
Grundsätzliches - Zur Überprüfung der Fachkunde, Leistungsfähigkeit, Erfahrung und Zuverlässigkeit der Bewerber, insbesondere ihrer Eignung und Kompetenz für die Aufgabe werden eindeutige und nichtdiskriminierende Kriterien festgelegt. Dabei wird differenziert zwischen formalen Kriterien für die Zulassung zum Bewerbungsverfahren und inhaltlichen Kriterien zur Beurteilung der Eignung im Bewerbungsverfahren.Es werden 3 Bewerber im Rahmen des Teilnahmewettbewerbs ausgewählt, die aufgrund der aufgeführten Ausschlusskriterien nicht auszuschließen sind (die somit die formalen Kriterien erfüllen) und die Eignungsanforderung erfüllen. Gibt es nur 3 oder weniger Bewerber ohne Ausschlussgründe und mit erreichten Mindestanforderungen, so werden nur diese zur Angebotsphase zugelassen. Sollten mehr als 3 Bewerbungen vorliegen, welche die geforderten Kriterien erfüllen, wird die Auswahl durch Los getroffen, vgl. dazu § 75 Abs. 6 VgV. In diesem Fall wird eine neutrale Stelle das Losverfahren durchführen.
Eigenerklärung über das Vorliegen einer Berufshaftpflichtversicherung - Mindestanforderung: Berufshaftpflichtversicherung mit einer Deckungssumme in Höhe von jeweils mind. 2,0 Mio. EUR für Personen-, Sach- sowie Vermögensschäden oder Eigenerklärung, im Auftragsfall einen entsprechenden Versicherungsvertrag zu schließen. Hinweis: Bei Bewerbergemeinschaften ist die geforderte Berufshaftpflichtversicherung für jedes einzelne Mitglied der Bewerbergemeinschaft zu erbringen. Die Eigenerklärung über das Vorliegen ist mittels Teilnahmeantrag zu erbringen. Ein Nachweis ist dem Teilnahmeantrag ggf. als Anlage beizufügen.
Eigenerklärung über das Mittel der in den letzten drei Jahren (2023 bis einschl. 2025) sozialversicherungs-pflichtig Beschäftigten mit projektspezifischer Qualifikation - Eigenerklärung über das Mittel der in den letzten drei Jahren (2023 bis einschl. 2025) sozialversicherungs-pflichtig Beschäftigten mit projektspezifischer Qualifikation (hier: eingetragener Architekt/ eingetragene Architektin) (Teilzeitbeschäftigte können entsprechend ihrer Teilzeit angerechnet werden) inkl. der Führungskräfte. -------------------------------------------------------------------------Mindestanforderung: Das Unternehmen kann mindestens drei Mitarbeiter*Innen (Büroinhaber*Innen und/oder festangestellte Mitarbeiter*Innen) mit entsprechender Qualifikation (hier: eingetragener Architekt / eingetragene Architektin) in Vollzeit (mind. 35h/Woche) nachweisen. Die geforderte Qualifikation für alle muss durch Nachweis belegt werden können. Bei einer Bewerbergemeinschaften ist die Anzahl der Beschäftigten der Unternehmen zu addieren. Die Eigenerklärung über das Vorliegen ist mittels Teilnahmeantrag zu erbringen. Ein Nachweis ist dem Teilnahmeantrag ggf. als Anlage beizufügen.
Eigenerklärung über erbrachte Referenzen - Es können in Summe maximal zwei Referenzen benannt werden. Es werden dabei ausschließlich Referenzprojekte berücksichtigt, deren Projektabschluss (LPH 8 muss vollständig erbracht sein) zwischen 01.06.2021 bis heute (hier: Submissionstermin Teilnahmewettbewerb) war. ---------------------------------------------------------------------a) Referenz 1- Verpflichtend zur Erfüllung von Mindestanforderungen (Mindestanforderungen dabei in Summe für Referenz 1+2): Die Auftraggeberin fordert im Rahmen der Unternehmensreferenzen zwei Projektreferenzen über vergleichbare Projektsteuerungs - und Projektleitungs-Projekte gemäß AHO, bei denen die folgenden Anforderungen nach-gewiesen werden können: - Bei mindestens einer Referenz müssen die Leistungen der Projektsteuerung für die Projektstufen 3 - 5 sowie Leistungen der Projektleitung gemäß AHO, Heft 9, §3 Abs. 2 durch den Bewerber vollständig erbracht worden sein.- Bei mindestens einer Referenz muss es sich um ein Projekt des sozialen Wohnungsbaus mit Kosten der KG 300+400 (Summe) in Höhe von mindestens 1,5 Mio. EUR netto gehandelt haben.- Bei mindestens einer Referenz sind Erfahrungen mit Zuschüssen von Bund oder Land nachzuweisen.
----Bei Bewerbergemeinschaften müssen diese Kriterien der Mindestanforderung gemeinschaftlich durch die Bewerbergemeinschaft (d.h. nicht durch jedes einzelne Mitglied dieser) erbracht sein. ---------------------------------------------------------------------b) (Optionale zusätzliche) Referenz 2 - Falls Mindestanforderungen nicht allein mit Referenz 1 nachgewiesen werden können: Es ist darüber hinaus möglich, eine weitere (zweite) Referenz zur Erreichung der unter a) genannten Mindestanforderungen anzugeben.
Siehe Ausschluss- und Eignungskriterien im Teilnahmeantrag.