Das Ziel des Projekts ist die Entwicklung eines multifunktionalen,
zukunftsfähigen Stadtquartiers, das eine Mischung aus privaten und öffentlichen Nutzungen bietet. Im Zentrum des Nutzungskonzeptes
stehen öffentliche Einrichtungen sowie private und gewerbliche
Nutzungen. Die öffentlichen Einrichtungen/Nutzungen sind eine
moderne Stadtmediathek als "Dritter Ort", ein Bürgerbüro, ein
Bürgersaal und flexibel nutzbare Veranstaltungsräume.
Die Stadtmediathek soll weit über die klassische Funktion einer
Bibliothek hinausgehen und als multifunktionaler Treffpunkt für
Bildung, Kultur und soziale Interaktion dienen.
Das Bürgerbüro bündelt zentrale Verwaltungsleistungen und
ermöglicht einen barrierefreien Zugang zu städtischen
Dienstleistungen.
Bürgersaal und Veranstaltungsräume sind für kulturelle,
gesellschaftliche und bildungsbezogene Veranstaltungen konzipiert
und sollen unterschiedlichste Formate wie z.B. Konzerte,
Theateraufführungen, Ausstellungen, Workshops und Konferenzen
ermöglichen.
Das Wohnangebot richtet sich gezielt an verschiedene Zielgruppen:
kompakte Wohnungen für junge Berufstätige, großzügige
Familienwohnungen und Senioren gerechte, barrierefreie Wohnungen
mit serviceorientierten Angeboten. Ziel ist es, eine hohe Attraktivität
des Standortes zu schaffen und den Chancen sowie Anforderungen
einer modernen Innenstadtentwicklung gerecht zu werden.
Für Gewerbe, Handel und Gastronomie sind vielfältige Flächen
vorgesehen, die einen starken lokalen Bezug aufweisen und auch
kleinere Fachgeschäfte sowie den lokalen Handel fördern.
Gastronomieflächen sollen den öffentlichen Raum beleben und
Treffpunkte schaffen, während Büro- und Dienstleistungsflächen
Unternehmen und Dienstleistern eine attraktive zentrale Lage bieten.
Damit Synergien zwischen Tourismus, geschäftlichen Angeboten,
Einzelhandel und Gastronomie optimal genutzt werden können, ist die
Erweiterung des benachbarten Stadthotels durch einen Investor
angedacht. Der interessierte Hotelier ist offen für eine
Zusammenarbeit. So ließe sich sowohl der touristische als auch der
geschäftliche Wert der Innenstadt langfristig steigern.
Die verkehrliche Infrastruktur wird durch den Bau einer neuen und
attraktiven öffentliche Parkgarage mit etwa 200 bis 240 Stellplätzen
und einem Fahrradparkhaus gestärkt, um einer zuverlässigen
Erreichbarkeit und einer nachhaltigen Mobilitätsplanung zu
entsprechen und ein attraktives Angebot zu bieten.
Der Schillerplatz selbst wird als großzügiger öffentlicher Raum mit
rund 5.000 Quadratmetern Fläche als "urbanes Wohnzimmer"
konzipiert, das Begegnungen, Aufenthalt und vielfältige städtische
Aktivitäten ermöglicht. Die Entwicklung des Areals muss die
zeitgemäßen Anforderungen an Klimaresilienz und Nachhaltigkeit
berücksichtigen. Dazu zählen insbesondere wirksame Begrünungsund
Entsiegelungsmaßnahmen, ein schlüssiges
Regenwassermanagement nach dem Schwammstadtprinzip, energieeffiziente und treibhausgasarme Gebäudekonzepte sowie die
Integration umweltfreundlicher Mobilitätsangebote.
Das Vergabeverfahren ist als mehrstufiges Verhandlungsverfahren
mit vorgeschaltetem Teilnahmewettbewerb konzipiert. In der ersten
Stufe wird die grundsätzliche Eignung der Bieter überprüft. Mit der
zweiten Stufe des Investorenwettbewerbs (Angebots- und
Verhandlungsphase) können bis zu drei Bieter am Verfahren
teilnehmen. Das europaweite Verfahren erstreckt sich von der
Bekanntmachung über etwa 17 Monate bis zum Zuschlag. Für die
Teilnahme in der Angebots-/Verhandlungsphase und die Erarbeitung
prüfbarer Angebote sind gestaffelte Bieterentschädigungen
vorgesehen, die sich auf die Stufe 2 des Verfahrens (Angebots- und
Verhandlungsphase), beziehen.
Im Teilnahmewettbewerb werden die Bieter anhand ihrer
wirtschaftlichen und technischen Leistungsfähigkeit sowie ihrer
Expertise und Referenzen in der Entwicklung innerstädtischer
Bauprojekte ausgewählt.
Im Rahmen der 2. Stufe des Investorenwettbewerbes wird von den
Bewerbern erwartet, dass sie ein eigenes überzeugendes
städtebauliches und architektonisches Konzept sowie eine detaillierte
Planung der künftigen Nutzungen sowie ein belastbares und
nachvollziehbares Angebot für die Realisierung und den Betrieb des
Projekts vorlegen. Dieses Angebot muss auf einer fundierten Planung
anhand einer konzeptionellen Darstellung mit mindestens
Stegreifqualität bzw. bis maximal vergleichbar der LP 2 basieren. Die
geforderten Nutzungsinhalte und -qualitäten für Objekt und Freiraum
müssen klar erkennbar sein. Zudem ist ein Grobterminplan
vorzulegen, der auch die Fristen/Termine für mögliche Fördermittel
berücksichtigt.
Ziel ist es, einen frühestmöglichen Betriebsbeginn der öffentlichen
Nutzungen (Hochbau und Freianlagen) zu ermöglichen,
gegebenenfalls unter Berücksichtigung von Bauabschnitten.