Um den neuen Hochleistungsrechner HLRE-5- zu betreiben, plant das DKRZ die Anpassung von Rechnerräumen und dem Gebäude in mehreren Phasen bis voraussichtlich August 2027.
Das Ziel dieser Ausschreibung ist es einen Generalunternehmer zu beauftragen.
Dieser Auftragnehmer übernimmt die Bauplanung und die Bauausführung.
Als Grundlage für die Bauplanung dient eine funktionale Leistungsbeschreibung (FLB). Die FLB wird derzeit durch ein Planungsbüro erstellt.
Die Bauausführung wird der Generalunternehmer so planen und ausführen, dass die Erweiterungs- und Umbaumaßnahmen, im und am Bestandsgebäude, den Rechenzentrumbetrieb nicht unterbrechen.
Bei dem Vorhaben handelt es sich um die Erweiterung eines Bestandsrechenzentrums im laufenden Betrieb. Es betrifft ca. 800m² IT-Nutzfläche in mehreren Räumen, verschiedenste technische Anlagen im ganzen Gebäude und die bereitzustellende elektrische Anschlussleistung von ca. 4 MW.
Insbesondere die Gewerke Bau, Brandschutz, Kälte, Elektro, MSR, Stahlbau, Lüftung sowie Innen- und Außenausbau sind anhand der vorliegenden FLB im Detail zu planen und auszuführen.
Das Gewerk Bau betrifft unterschiedliche Räume und Strukturen im und am gesamten Gebäude.
Der Brandschutz muss während der Bauphasen gewährleistet und nach Abschluss vollständig sein.
Die Wärme-/Kälteversorgung im Gebäude muss dem beschriebenen zukünftigen Bedarf entsprechen, also zwei Hochleistungsrechner gleichzeitig zu betreiben. Das Zusammenfassen der verschiedenen Kühlkreisläufe zu Einem ist eines der Ziele. Alle IT-Komponenten und Räume werden entsprechend der Beschreibung gekühlt und die aufgenommene Energie aus dem Gebäude gelei-tet.
Die Elektroversorgung ist anzupassen und das hat Auswirkungen in jeder Etage im Gebäude. Be-auftragt wird u. a. das Anlegen eines neuen E-IT-Versorgungspfades, die Beschaffung einer neuen USV-Anlage, einer USV-Ersatzanlage, Messstellen und Überwachungseinrichtungen in der Elektro-technik, die Blitzschutzklasse von II auf I anzuheben, beide Rechnersysteme durch die TGA zu ver-sorgen und den Rückbau von nicht mehr benötigten Installationen.
Die Steuerung einer MSR ersetzt die aktuelle GLT und weist zukünftig mehr Messtellen und Daten-punkte auf. So werden die Anforderungen der ISO50001, der geforderten Energieeffizienz und der Anspruch an die selbstständige Regelbarkeit des Gesamtsystems erfüllt.
Der Stahlbau bezieht sich hauptsächlich auf den Rückbau von Rückkühlern, die Dachflächen den beschriebenen Anforderungen anzupassen und neue Rückkühler aufzustellen.
Die vorhandene Einbruchmeldeanlage ist zu ersetzen.
Die Räumlichkeiten sind anzupassen. Im Raum des Hochleistungsrechner sind, entsprechend der FLB, Bereiche für Software/Hardware/Lager zu schaffen.
Die Leckageortung ist zu ertüchtigen und in weiteren Räumen ist die Überwachung zu ergänzen.
Vorhandene Lüftungsanlagen müssen geringfügig angepasst werden. Von den vorhandenen Raumkühlern werden Geräte durch leistungsstärkere ersetzt, andere werden modernisiert.
Ein Seminarraum (130m²) ist zu modernisieren. Dies betrifft die Bereiche Licht, Lüftung, Visualisierung von Präsentationen, Konferenztechnik, Raumgestaltung und Trockenbau.
Zurzeit ist geplant bestimmte Flächen der Fassade und/oder des Daches mit Photovoltaikmodulen auszustatten. Laufende Berechnungen der Gebäudestatik entscheiden über eine mögliche Umsetzung.
Der Doppelboden des Mittelspannungsraum (ca. 60m²) muss saniert/ersetzt werden.
Die bestehende Brandvermeidungsanlage ist zu ertüchtigen, ggf. wird das Betriebskonzept angepasst.
Der Auftraggeber verfügt über umfassende Bestandspläne seines Gebäudes. Diese sind zu nutzen und aktualisiert zu übergeben.
Der zukünftige Betrieb der IT-Flächen und der Infrastrukturanlagen weist eine Energieeffizienz auf, die weit unter den gesetzlichen Vorgaben liegt.
Teilbereiche des Gebäudes wurden im Rahmen vorangehender Projekte bereits in ein BIM-Modell überführt. Es ist vorgesehen, dass auch die Umbaumaßnahmen aller betreffenden Gewerke im Rahmen dieses Projektes inkl. der beauftragten Optionen im BIM-Modell fortgeführt werden. Im Rahmen der FLB des Ausschreibungsverfahrens wird der Auftraggeber seine Auftraggeber-Informationsanforderungen (AIA) als verbindliche Grundlage für die Erstellung, Strukturierung und den Austausch des BIM-Modells vorgeben. Der zukünftige Auftragnehmer hat mit der Angebotslegung sein BIM-Umsetzungsmodell entsprechend zu beschreiben. Eine komplette BIM-Modellierung aller Gebäudeteile ist aktuell nicht vorgesehen.
Der Auftraggeber behält sich vor, nach Abnahme der Bauleistungen, den Auftragnehmer mit der Wartung von TGA-Anlagen zu beauftragen.
Ein Rechtsanspruch auf Beauftragung dieser Leistung besteht für den Auftragnehmer nicht.
Die wichtigsten Planungsergebnisse werden mit Aufforderung zur Angebotsabgabe zur Verfügung gestellt. Auf dieser Grundlage können die Bieter dann die zu erbringenden Leistungen anbieten.