Die Umgestaltung des Karl-Löber-Platzes soll im Rahmen des Förderprogramms "Lebendige Zentren" umgesetzt werden. Zentrale Ziele der Umgestaltung sind die Erhöhung der Aufenthaltsqualität, die Verbesserung der Fußwegeverbindung zwischen der Fußgängerzone und dem großflächigen Einzelhandel nördlich der Straße Hinterm Graben/Löhrstraße, die Ergänzung und Vernetzung der innerstäd-tischen Grünstrukturen sowie die Klimaanpassung des Bereichs.
Im Zuge des Förderprogramms wurden mit dem "Gesamtkonzept öffentlicher Raum und Stadtgrün" (Anlage a) sowie mit dem "Teilräumlichen Mobilitätskonzept" (Anlage b) bereits Fachkonzepte für die weitere Entwicklung des Kernstadtbereichs erarbeitet, die auch den Karl-Löber-Platz umfassen und für die Umgestaltung des Platzes berücksichtigt werden sollen.
Da der Karl-Löber-Platz ein Bereich mit hohem öffentlichem Interesse und verschiedenen Nutzungsansprüchen ist, wurden im Zuge der Erstellung des Bebauungsplans für diesen Bereich verschiedene Gestaltungsvarianten entwickelt und diskutiert. Die von der Stadtverordnetenversammlung favorisierte Planungsvariante 7.1 (Anlage d) bildete die Grundlage für den Bebauungsplan "Vom Aubach bis zur Kreuzgasse", der am 17.09.25 beschlossen (Anlage c) wurde.
Die Planungsvariante sieht eine Entsiegelung der aktuell als Parkplatz genutzten Fläche westlich der Mühlenstraße vor. Anstelle der Stellplätze soll eine begrünte Aufenthaltsfläche geschaffen werden, die unter anderem ein Wasserspiel enthalten soll.
Die Mühlenstraße soll gemäß der Planungsvariante im Bereich des Karl-Löber-Platzes als Verbindung zwischen der Hauptstraße und der Straße Hinterm Graben weiterhin in beide Richtungen befahrbar bleiben. Eine Begrünung des Mittelstreifens wird angestrebt.
Die an den Aubach grenzende Fußwegeverbindung sowie die Stellplätze östlich der Mühlenstraße sollen in ihrer Grundstruktur erhalten bleiben. Das Trafohäuschen soll ebenfalls erhalten bleiben. Im Hinblick auf die Förderung des Fuß- und Radverkehrs sind bei der Umgestaltung auch die Aufwertung der Fußwegeverbindung sowie radverkehrsfördernde Maßnahmen (z.B. Aufstellung von Fahrradabstellanlagen und E-Ladesäulen) mitzudenken. Der Aubach soll zumindest optisch in die Platzgestaltung einbezogen werden.
Ein zentrales Ziel der Umgestaltung ist die Klimaanpassung des Platzes auch im Hinblick auf künftig häufiger zu erwartende Hitzeperioden. Maßnahmen wie eine gezielte Bepflanzung, Beschattung, Kühlung durch Wasser, Rückhaltung von Niederschlagswasser und Förderung der Verdunstung sollen dazu beitragen, das Mikroklima vor Ort spürbar zu verbessern.
Insgesamt soll so die Aufenthalts- und Verweilqualität für Bewohner und Besucher des Haigerer Stadtzentrums erheblich verbessert werden.
Die Umgestaltung des Karl-Löber-Platzes ist im Kontext mit weiteren Maßnahmen im direkten Umfeld zu betrachten, die ebenfalls eine Attraktivitätssteigerung des Innenstadtbereichs bewirken sollen und zum Teil auch über das Programm "Lebendige Zentren" umgesetzt werden.
Zu nennen ist hier insbesondere die Neuanlage eines Spiel- und Erlebnisplatzes zwischen dem südlicheren Teil der Mühlenstraße und dem Aubach auf einer derzeit als Parkplatz genutzten Fläche. Diese grenzt direkt südlich an den Karl-Löber-Platz. Der Spiel- und Erlebnisplatz soll voraussichtlich ebenfalls über das Programm "Lebendige Zentren" gefördert werden.
Darüber hinaus ist im Rahmen des Programms "Lebendige Zentren" eine Umgestaltung der Straße Hinterm Graben/Löhrstraße vorgesehen. Der großzügige Straßenquerschnitt der ehemaligen B277 soll fußgänger- und radfahrerfreundlicher neugestaltet werden. Zugleich soll eine reduzierte Geschwin-digkeit für den Kfz-Verkehr ausgewiesen und bessere Querungsmöglichkeiten für Fußgänger zwischen der Fußgängerzone und dem großflächigen Einzelhandel geschaffen werden. In diesem Zuge ist auch eine Begrünung des Straßenzuges geplant. Die Maßnahme wird ebenfalls mithilfe des Programms "Lebendige Zentren" umgesetzt.
Ein weiterer positiver Effekt auf den Karl-Löber-Platz ist durch eine Renaturierungsmaßnahme entlang des Aubachs zu erwarten, die im Rahmen des Förderprogramms "100 wilde Bäche für Hessen" erfolgt. Geplant sind in diesem Zuge unter anderem die Herstellung der linearen Durchgängigkeit des Flusses sowie der Rückbau des Sohlpflasters.
Das Zusammenspiel dieser Maßnahmen ermöglicht dem Karl-Löber-Platz besonders großes Entwicklungspotenzial von einer derzeit versiegelten Parkplatzfläche hin zu einem klimaangepassten attraktiven Aufenthalts- und Verweilraum für Bürger und Besucher der Stadt Haiger.