Entwicklungskonzept: Im Rahmen einer Machbarkeitsstudie wurde
bereits 2010 die maximale bauliche Erweiterung auf dem Grundstück Am Ohrberg
baurechtlich geprüft. Mit der Fertigstellung der Forschungshalle ISS (620 m² Nutzfläche
/ 5,00 m Höhe) wurde daraufhin die erste Ausbaustufe realisiert. Aufgrund gestiegener
Forschungsaufgaben soll die bestehende Forschungsinfrastruktur ausgebaut werden, um
zukünftig in den beiden Bereichen "Effiziente Wärmepumpen" und "Nachhaltige
Photovoltaikmodule" verstärkt forschen und entwickeln zu können. Die F&E-Themen
dienen beide der Integration von Solarer SystemTechnik in das bestehende
Energieversorgungssystem. Daher wird das Kürzel IST für den Forschungsneubau
verwendet. Im Rahmen des Projekts IST soll ein weiteres eigenständiges und zum Teil
zweigeschossiges Hallengebäude mit etwa 2000 m2 Bruttonutzfläche in Kombination
aus Stahlbeton- und Systembau auf dem Gelände des ISFH errichtet werden, das den
Aufbau eines Technikums für Forschung und Entwicklung an Wärmepumpen (WP)
sowie die Erforschung von Herstellungsverfahren und die Vermessung von innovativen,
individuellen und nachhaltigen Photovoltaik-(PV-)Produkten ermöglicht. Dazu soll
konkret im Rahmen der hier geplanten Baumaßnahme auf dem westlichen Bauteppich neben
der bestehenden Halle (ISS), die 2013 für die Untersuchung der Wechselwirkung
von solaren und nicht-solaren Komponenten im System realisiert wurde, ein zweiter
Forschungsbau errichtet werden. Auf dem vorgesehenen Bauplatz steht allerdings das
oben erwähnte Doppelhaus ("Versuchshäuser").
Aufgrund der baurechtlichen Vorgaben
(Bauteppich darf nicht überschritten werden) muss im Rahmen des geplanten Neubaus
dieses Bestandgebäude mit 500 m² Nutzfläche rückgebaut und entsorgt werden, um den
notwendigen Platz für eine neue Forschungshalle (IST) zu schaffen. Die Planung soll
größtmögliche Rücksicht auf den zur Verfügung stehenden Bauteppich nehmen, so dass
eine spätere Erweiterung realisierbar ist. Die Planungsfreiheiten werden zudem dadurch
beeinflusst, dass der Bauplatz im nördlichen Bereich hangseitig stark ansteigt und im
Süden an eine Wohnbebauung mit zum Teil hohem Pflanzenbewuchs (Verschattung)
grenzt. Die Erschließung des neuen Gebäudes sollte aus dem Bereich des vorgelagerten
Wendehammers erfolgen. Die neue Forschungshalle (IST) soll mit der vorhandenen
Forschungshalle (ISS) versorgungstechnisch verbunden werden, um möglichst große
Synergien zwischen den Bestandsgebäuden und dem Neubau zu realisieren. An zentral
erzeugten Medien werden am Wendehammer bzw. an der ISS bereitgestellt:
Heizungswasser, Kaltwasser, Geothermie-Wasser (11°C, zur energieeffizienten
Vorerwärmung der Ansaugluft der raumlufttechnischen Anlage im Winter und zur
Vorkühlung im Sommer), Sickstoff und Druckluft.
Vom Eingangsbereich der neuen
Forschungshalle gelangt man in den hangseitigen, eingeschossigen Laborbereich der
Modultechnik. In diesem Teil ist Platz für die Erweiterung des ISFH-Technikums für die
Herstellung und Vermessung von innovativen, individuellen, nachhaltigen und
zuverlässigen PV-Produkten im Prototypenmaßstab vorgesehen. Für die Erweiterung der
Modultechnik sind insgesamt 800 m² Fläche vorzusehen, davon mindestens 600 m²
zusammenhängend mit möglichst wenig Stützen, Höhe mind. 4 Meter UKB. Der
zweigeschossige Teil des Gebäudekomplexes muss die wegfallende Nutzfläche des
vorhandenen Doppelhauses ersetzen (500 m²) sowie den vorhandenen Laborplatz für
Wärmepumpen- und Wärmesystemforschung signifikant erweitern. Die Anbindung an
das Modullabor erfolgt über einen Fahrstuhl bzw. das Treppenhaus. Der tiefer gelegene
Laborbereich der Systemtechnik befindet sich auf gleichem Höhenniveau wie die bereits
bestehenden Labore in der ISS. Analog zur vorhandenen Forschungshalle (ISS) soll im
Sockelgeschoss des neuen Gebäudes eine möglichst große (ggf. sogar stützenfreie)
Laborhalle realisiert werden (Höhe mind. 4 Meter UKB). In einem Bereich der Halle ist
ein 2x2m² großer schwingungsentkoppelter Bereich vorzusehen, auf dem eine
Testanlage (Shaker) montiert wird. Dieser Teststand ist in einem schallisolierten und
klimatisierbaren Raum mit etwa 6x6 m² Fläche zu platzieren. In die südliche
Außenwand der Laborhalle sollen vier je 10 m² große unverschattete
Fassadentestflächen integriert werden. In einem zusätzlichen Stockwerk sollen weitere
kleinteilige (Modul-) Labore und die erforderlichen Büroplätze für die Mitarbeiter*innen
bereitgestellt werden, welche die neuen Labore nutzen. Die Gesamthöhe des
Gebäudekomplexes sollte maximal der Höhe der bisherigen Versuchshäuser
entsprechen, um eine Horizontalverschattung der Versuchsflächen auf den oberhalb des
Hallenkomplexes am Hang gelegenen Versuchsdächern zu vermeiden. Die Traufkante
der Versuchsdächer liegt bei +10.25, erst darüber beginnen die Versuchsaufbauten. An
die technische Gebäudeausrüstung werden trotz des verwendeten Begriffs "Labor" nur
geringe Anforderungen gestellt. Als Gase werden lediglich Stickstoff und Druckluft
installiert, für einige Anlagen und Digestorien wird chemische Abluft benötigt. Eine
Neutralisation von Abwässern ist nicht notwendig. Eine raumlufttechnische Anlage mit
Entfeuchtung, Heizung und Filterung ist vorgesehen, die auch zur Klimatisierung der
neuen IST Halle sowie der vorhandenen ISS Halle genutzt werden soll.