1. Projektbeschreibung
1.1. Allgemeine Projektbeschreibung
Die Aufgabenstellung betrifft die Liegenschaft der Kurt-Löwenstein-Bildungsstätte im Ortsteil Wertpfuhl der Gemeinde Werneuchen. Die Liegenschaft steht im Eigentum des Landes Berlin, namentlich im Fachvermögen der Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Familie (SenBJF). Die GSE Gesellschaft für StadtEntwicklung gemeinnützige GmbH ist Treuhänderin für Berlin, Verwalterin dieser Liegenschaft und vertritt die SenBJF als Auftraggeberin für die geplanten Maßnahmen.
Auf dem ca. 8,7 ha großen Grundstück befinden sich 8 Gebäude, davon 2 Hauptgebäude mit jeweils 4 Geschossen, davon ein Kellergeschoss als Souterrain, EG, 1. OG und ausgebautes DG. Die historischen Gebäude aus dem letzten Jahrhundert stehen unter Denkmalschutz und wurden in den letzten Jahren durch einen zweigeschossigen Verbindungsbau ergänzt; die 6 Nebengebäude mit jeweils 1-2-Geschossen sind Gesinde bzw. Wirtschaftsgebäude der früheren Nutzung. Der "Bungalow" wird als Gästehaus genutzt, zwei weitere Gebäude werden bewohnt, die übrigen stehen leer. Ein Einfamilienhaus, das nicht auf der Liegenschaft steht, ist dauerhaft bewohnt und an die Kleinbelebungsanlage (KBA) angeschlossen.
Die Hauptgebäude werden von der Jugendbildungsstätte Kurt-Löwenstein genutzt. Das Haus fasst bis zu 120 Besucher.
1.2. Zustandsbeschreibung
Die Bildungsstätte Kurt-Löwenstein-Haus und zugehörige Nebengebäude werden abwasserseitig über eine KBA auf eigenem Gelände entsorgt. Die Erneuerung der KBA ist 2025 fertiggestellt worden. Das geklärte Wasser aus der KBA wird mit einer Verrieselungsanlage als Bewässerung auf eine Streuobstwiese ausgebracht. Parallel wurden die Sickerbecken saniert. Die KBA wird in Regie der GSE gGmbH betrieben, die ihrerseits einen Betreibervertrag mit den Stadtwerken Werneuchen abgeschlossen hat, um die geforderte Fachkompetenz nachweisen zu können.
Die Abwasseranlagen rund um das Gebäude der Bildungsstätte sind überwiegend bauzeitlich (Anfang 20. Jahrhundert) und an mehreren Einläufen/Gebäudeanschlüssen mangelhaft. Ergänzungen und Ausbesserungen erfolgten vor 1989 im Betrieb als Lehrlingsheim.
Die von der Bildungsstätte zur KBA führende Abwasserleitung ist funktionsfähig und in Betrieb. Es muss jedoch der Dichtigkeitsnachweis geführt werden, was nach bekanntem Zustand scheitern würde. In einem Teilstück wurde eine Absackung festgestellt, vermutlich von schwerem Fahrgerät verursacht.
Das bauliche Ensemble der Bildungsstätte wurde in den letzten Jahren durch eine neue Sporthalle ergänzt und durch einen Zwischenbau erweitert. Im Zuge dieser Maßnahmen sind Teilstrecken der Abwasserentsorgung erneuert bzw. geändert worden. Die Neubaumaßnahmen erfolgten in Eigenregie der Bildungsstätte.
2. Aufgabenbeschreibung
Gegenstand des Planungsauftrages ist die Sanierung des Abwassernetzes, umfassend die Planung, deren Abstimmung und Genehmigung mit und durch die zuständige Wasserbehörde, die Ausschreibung, die Mitwirkung an der Vergabe sowie die Überwachung der Ausführung und Schlussabnahme. Die Anlage soll sparsam instandgesetzt und abgedichtet werden, sodass ein Dichtigkeitsnachweis erbracht werden kann. Es wird davon ausgegangen, dass zwar ggf. Teilstrecken erneuert werden müssen, überwiegend aber mit Inlinern gearbeitet werden kann.
Eine Kamerabefahrung der Abwasserstrecken liegt vor. Die Kamerabefahrung wird nach Auftragserteilung zur Verfügung gestellt.
Die geplante Sanierung der Abwasserstrecken muss von einem fachkundigen Ingenieurbüro geplant werden.
Die Kenntnis der landesrechtlichen Bestimmungen und die Erfahrung im Umgang mit den zuständigen Behörden, hier der Unteren Wasserschutzbehörde in Eberswalde (Landkreis Barnim), sind wünschenswert.
Die Stadtwerke Werneuchen sind im Abstimmungsverfahren zur Planung der Sanierung zu beteiligen.
Es wird angestrebt, die baulichen Maßnahmen im Jahr 2026 abzuschließen.