Die Ortsgemeinde Straßenhaus entwickelt am östlichen Stadtrand und südlich der B256 ein Neubaugebiet "Auf´m Gleichen". Der Bebauungsplan befindet sich derzeit in Aufstellung. Ziel der Planung ist die Errichtung einer ansprechenden und verkehrsberuhigten Misch-Verkehrsfläche im genannten Neubaugebiet.
Die gesamte Erschließung des Baugebiets ist in zwei Bauabschnitte aufgeteilt, BAI und BA II. Die Planungsleistungen sind fortgeschritten. Für die Bauabschnitte des BA I und BA II sind die Planungsleistungen der Leistungsphasen 6-9 notwendig. Für die Baustellenzufahrt soll die Nordtangente als Baustraße ausgebaut werden.
Vergeben werden mit dieser Ausschreibung zunächst die Planungs- und Bauüberwachungsleistungen für die Erschließung des Bauabschnitts BA I mit insgesamt 54 Bauplätzen sowie die Planungsleistungen für den Ausbau der Nordtangente als Baustraße.
Die bisherigen Planungsleistungen haben die Auftraggeber mit einem Erschließungsträger durchgeführt. Die Ergebnisse der bisherigen Planungsleistungen sind Inhalt der Vergabeunterlagen. Die noch ausstehende Planung und Ausführung vergeben die Auftraggeber in Eigenregie.
Aufgabe des Auftragnehmers ist es, die Planungsleistungen des vormaligen Erschließungsträgers zu überprüfen und ggf. zu ergänzen. Die entsprechende Leistung ist als eine besondere Leistung anzubieten.
Hinsichtlich der Verkehrsanlagen und Ingenieurbauwerke (Wasser- und Abwasseranlagen) wird jeweils von einer Einstufung in die Honorarzone II ausgegangen.
Bezüglich der Leistungsbeschreibung orientiert sich die Auftraggeberin an der HOAI 2021. Näheres regelt der Vertrag.
Angestrebt wird grundsätzlich eine zügige Planung und Umsetzung. Die Maßnahme soll bis Ende 2027, spätestens Anfang 2028 abgeschlossen sein.
Das Angebot mit dem wirtschaftlich günstigsten Preis erhält 10 Punkte. Ein Angebot mit einem 1,5-fachen Preis erhält 0 Punkte. Dazwischen wird interpoliert. In die Wertung Ihres Angebots fließen die Zeithonorare mit folgenden, geschätzten Zeitansätzen ein:
- 10 Stunden Geschäftsführer/Partner/Inhaber- 20 Stunden angestellte Architekten/Ingenieure- 20 Stunden Zeichner/Schreibkraft/sonstige Mitarbeiter.
0-2 Punkte erhält ein Angebot, bei dem auf die Qualitätssicherung keinen oder nur wenig Wert gelegt wird. 3-4 Punkte erhält ein Angebot, bei dem auf das Qualitätsmanagement geachtet wird, diesem allerdings an Systematik fehlt. 5-7 Punkte erhält ein Angebot, bei dem das Qualitätsmanagement durch eine systematische Abarbeitung des Grundleistungskataloges der Leistungsphasen der HOAI erfolgt. 8-10 Punkte erhält ein Angebot, bei dem ein Qualitätsmanagement über ein systematisches Abarbeiten des Grundleistungskataloges der Leistungsphasen hinaus erfolgt, das eine besondere Qualität der Planung und deren Umsetzung sichert, die kritischen Maßnahmen durch besonders qualifiziertes und mit der Planung vertrautes Personal vorgenommen werden und die Ausführung wie aus einer Hand erfolgt.
0-4 Punkte erhält ein Angebot, das keine oder nur rudimentäre Aussagen zur Herangehensweise bei der Erschließung enthält. 5-6 Punkte erhält ein Angebot, das eine allgemeine technische und organisatorische Beschreibung der Erschließungsstrategie bietet. 7-10 erhält ein Angebot, grundlegende technische und organisatorische Beschreibung der Erschließungsstrategie bietet und projektspezifische Rahmenbedingungen berücksichtigt.
0-2 Punkte erhält ein Angebot, bei dem auf die Termin- und Kostensicherung keinen oder nur wenig Wert gelegt wird. 3-4 Punkte erhält ein Angebot, bei dem die Termin- und Kostenverfolgung durch eine systematische Abarbeitung des Grundleistungskataloges der Leistungsphasen der HOAI erfolgt. 5-7 Punkte erhält ein Angebot, bei dem der Bieter über die Methodik verfügt, die über die Instrumente des Grundleistungskatalogs HOAI hinausgeht und eine termin- und kostengesicherte Ausführung anbietet. 8-10 Punkte erhält ein Angebot, bei welchem darüber hinaus eine im Hinblick auf die Kosten und Termine optimierte Ausführung angeboten wird.
0-3 Punkte erhält ein Angebot, das nur eine sporadische Präsenz der Bauleitung vorsieht oder erwarten lässt. 4-6 Punkte erhält ein Angebot, das eine regelmäßige deutliche Anwesenheit der Bauleitung erwarten lässt, die eine mindestens mehr als stichpunktartige Kontrolle vorsieht. 7-10 Punkte erhält ein Angebot, das eine durchgehende Anwesenheit der Bauleitung verspricht.
Hinsichtlich des Wertungskriterium "Akzeptanz des Vertrages hinsichtlich nicht preislicher Bedingungen" erhält ein Angebot 0-3 Punkte, das zu einer sehr ungünstigen Risikoverteilung zulasten des Auftraggebers führt, zum Beispiel durch die Vereinbarung von haftungsbeschränkenden Vereinbarungen, der Verkürzung der Verjährungsfristen für Mängelansprüche. 4-6 Punkte erhält ein Angebot, das zu einer ungünstigen Risikoverteilung zulasten des Auftraggebers führt, beispielsweise durch die Verkürzung der Verjährungsfristen für Mängelansprüche. 7 Punkte enthält ein Angebot, das keine wesentlichen oder gar keine Abweichungen vom vorgeschlagenen Vertragsmuster regelt. 8-10 Punkte erhält ein Angebot, das eine für den Auftraggeber günstigere Risikoverteilung vorsieht, als der vorgeschlagene Vertragsentwurf.
Optionale besonderen Leistungen sind den Vergabeunterlagen zu entnehmen.
Die Auftraggeber lassen folgende Nebenangebote zu:
1. Angebote von Bietern, die neben dem Angebot für das Los 1 (Objektplanungsleistungen für Verkehrsanlagen) auch die Leistungen Los 2 (Objektplanungsleistungen für den Abwasserkanal und die Wasserleitungen) anbieten, und zwar auch mit der Maßgabe, ihr Angebot nur dann aufrecht erhalten zu wollen, wenn sie für alle Lose den Auftrag erhalten. Werden insoweit von Bietern Angebote für das Los 1 und Los 2 abgegeben, dürfen diese dahingehend konditioniert sein, dass die Angebote für den Fall gelten, dass der Auftrag nur für beide Lose erteilt wird.
2. Zugelassen werden außerdem kaufmännische Nebenangebote als bedingter Nachlass, für den Fall, dass ein Bieter den Zuschlag auf Los 1 und 2 im Rahmen der Gesamt-Ausschreibung erhält.
Weitergehende Nebenangebote werden nicht zugelassen, insbesondere keine Angebote mit einem abweichenden Leistungskatalog.
In der ersten Phase - Teilnahmewettbewerb - wird die Eignung der Bieter geprüft. 3-5 der am besten geeigneten Bewerber werden zur Angebotsabgabe aufgefordert. Die Angebote sollen in einer oder mehreren Runden verhandelt werden. Der Zuschlag auf das Erstangebot bleibt vorbehalten.
Von Bewerbern/Bietern erkannte Verstöße der vergebenden Stelle gegen das geltende Vergaberecht hat der Bieter gegenüber dem Auftraggeber innerhalb von 10 Kalendertagen zu rügen. Erklärt der Auftraggeber, dass er der Rüge nicht abhelfen will, hat der Bieter binnen einer Frist von 15 Tagen nach Eingang der Mitteilung bei folgender Stelle schriftlich einen Nachprüfungsantrag zu stellen:Vergabekammer Rheinland-Pfalz Ministerium für Wirtschaft, Verkehr, Landwirtschaft und Weinbau Stiftsstraße 955116 MainzDeutschlandE-Mail: vergabekammer.rlp@mwvlw.rlp.deTel.: +49 6131 / 165240Fax: +49 6131 / 162113
1. Die Teilnahmeanträge sind mit den geforderten Erklärungen und Nachweisen innerhalb der Teilnahmefrist elektronisch - nur über das Bietertool der Vergabeplattform einzureichen. Hierzu kann das veröffentlichte vorbereitete Teilnahmeformular genutzt werden. Hinsichtlich der Eigenerklärungen kann der Nachweis vorläufig durch eine Einheitliche Europäische Eigenerklärung geführt werden. Maßgeblich bleibt jedoch der Inhalt der Bekanntmachung.2. Das Vergabeverfahren wird elektronisch über die Vergabeplattform geführt. Das bieterindividuelle Postfach auf der Vergabeplattform fungiert als "elektronischer Briefkasten" der Bieter und ist für den Zugang von Erklärungen, Nachforderungen pp. im Vergabeverfahren maßgeblich und verbindlich.3. Der Versand der Einladungen zum Verhandlungsgespräch, der Informationsschreiben gemäß § 134 GWB und sonstiger Schriftverkehr, wie z.B. Nachforderungen, erfolgt ebenso über das Bieterpostfach der Vergabeplattform. 4. Eine Ausnahme von der Nutzung der Vergabeplattform besteht für das Zuschlagsschreiben. Dieses kann vom Auftraggeber direkt an die vom Bieter angegebene E-Mail-Adresse versandt werden.5. Im Falle der Bewerbung einer Arbeits-/Bietergemeinschaft erfolgt die Korrespondenz ausschließlich über den bevollmächtigten Partner der Arbeits-/Bietergemeinschaft.6. Werden die Leistungen von einer Bietergemeinschaft angeboten, sind die Auskünfte für jedes Mitglied der Bietergemeinschaft zu erklären. Will sich der Bieter bei der Leistungserbringung Dritter bedienen, sind die Auskünfte auf Verlangen auch von Dritten abzugeben.
Gegenstand des Loses 2 sind die Objektplanungsleistungen für den Abwasserkanal und die Wasserleitungen gemäß § 43 HOAI in den Leistungsphasen 6-9 für den BA I einschließlich der örtlichen Bauüberwachung. Der Auftraggeber für den Kanal ist die Verbandsgemeinde Rengsdorf-Waldbreitbach - Verbandsgemeindewerke.
Vorgesehen ist weiterhin die Herstellung der Abwasseranlagen mit einer Leitungslänge von ca. 782 m. Die derzeitigen anrechenbaren Baukosten für die Abwasseranlagen werden auf 2.612.177,00 EUR netto sowie die Anrechenbaren Kosten für die Leitungen der Wasserversorgung auf 228.335,00 EUR netto geschätzt. In den Kosten sind eine Aushubtiefe ab Erdplanum von maximal 1,11 m, die Grabenbreite von 0,6 m sowie ein Aufschlag von 10 % für die Bereiche Knoten, Hausanschlüsse und Muffen enthalten. Der Auftragnehmer hat die Kostenberechnung zu überprüfen und die Auftraggeberin im Hinblick auf die wirtschaftliche Ausführung zu beraten. Ggf. ist die Koordination mit weiteren Versorgungsträgern erforderlich (Telekommunikationsnetz/Glasfaser, Gas, Strom usw.). Die wasserrechtliche Genehmigung ist vorhanden.
Unverbaute Rohrleitungsgräben gem. DIN 4124 mit senkrechten Grabenwänden und einer Tiefe von 1,11 m ab Erdplanum sowie einer lichten Grabenbreite von 0,60 m werden als ausreichend angesehen. Der geotechnische Bericht des Büros Kaiser Geotechnik ist Bestandteil der Vergabeunterlagen.Das Regenwasser soll in das neue Regenrückhaltebecken südlich des Baugebiets eingeleitet werden.