Die ELW betreiben als abwasserbeseitigungspflichtiger Eigenbetrieb ein Kanalnetz mit einer Gesamtlänge von über 800 km. Der Bestand der Abwasseranlagen zur Abwasserableitung verfügt in Teilbereichen über ein Alter von über 100 Jahren. Als kritische Infrastruktur zur Sicherstellung der gebotenen Betriebssicherheit unter allen Bedingungen und zu jeder Zeit müssen deshalb durchgängig gleiche Sicherheits- und Qualitätsstandards eingehalten werden. Dies erfordert die Anwendung der allgemeinen anerkannten Regeln der Technik als Mindeststandards und darüber hinaus die betrieblichen Standards der ELW. Die beiden Hauptsammler zum Hauptklärwerk (Hauptsammler West und Ost) verlaufen größtenteils auf dem Gelände der Deutschen Bahn AG und über weite Strecken unter der Gleisanlage des Hauptbahnhofs der Landeshauptstadt Wiesbaden. Das Schienensystem, unter dem der Hauptsammler Ost verläuft, stellt einen besonders relevanten Bereich der kritischen Infrastruktur des Rhein-Main-Gebiets dar. Die besondere Lage des über 100 Jahre alten Hauptsammlers Ost (unter der Gleisanlage eines Kopfbahnhofs längs und querend verlaufend) stellt somit für die Abwasserbeseitigungspflichtige unter betrieblichen Aspekten eine besondere, über die üblichen Maße hinausgehende Relevanz dar. Dies auch, da keine Redundanz zur Ableitung von Abwasser aus der östlichen Kernstadt zum Hauptklärwerk besteht. Um zukünftig den beim Betrieb des Hauptsammlers Ost anfallenden Aufwand sicher und wirtschaftlich gestalten zu können, wird eine Sanierung erforderlich, die eine Lebenserwartung über die üblichen Refinanzierungszeiträume der LAWA (Bund/Länder Arbeitsgemeinschaft Wasser) hinaus ermöglicht.
Der Hauptsammler Ost wird beginnend am Regenüberlaufbecken RÜ27 auf einer Strecke von 1067 m im grabenlosen Verfahren mit GFK-Rohren instandgesetzt. Die Schächte in diesem Bereich werden erneuert. Die alten Schächte für den Salzbach und den Hauptsammler werden bis auf den Einstieg zum Salzbach verdämmt. Einige Schächte werden, um Platz für neue Schächte zu schaffen, zurückgebaut. Anstelle der schleifenden Gleisquerung, die am Ende der Maßnahme verdämmt wird, soll eine neue Gleisquerung rechtwinklig zu den Gleisen von ca. 127 m Länge im Vortrieb DN 1600 hergestellt werden. Von der neuen Querung am Schacht 44927 aus wird die Trasse über einen Kurvenvortrieb 352 m parallel zu den Gleisen bis zum Schacht 42225 geführt und dort an den Bestand DN 1500 angeschlossen. Entlang der neu geplanten Trasse wird eine Kilometrierung beginnend am Schacht 42225 gelegt. Alle Stationsangaben beziehen sich auf diese Planungskilometrierung.
Die Maßnahme umfasst: - insgesamt 13 neue Schächte in Hochleistungsbeton - 2 Kanalvortriebe STB DN 1600, 127 m und 352 m Microtunneling mit Spülförderung und Druckluftpolster- 1067 m GFK-Sanierung des Hauptsammlers - GFK-Sanierung der nördlichen (159 m) und südlichenGleisquerung (158 m)
Zur Durchführung der Maßnahme sind Gleise abzubauen und teilweise wieder zu verlegen, Baustraßen zu errichten, die teilweise zu Betriebsstraßen umgebaut werden, Gebäude abzureißen und Gebäudeteile während der Bauzeit zu demontieren. Da die Baugruben nahe an den Gleisen errichtet werden müssen und da Grundwasser ansteht, ist ein Verbau aus überschnitten Bohrpfähle vorgesehen. Detaillierte Angaben zur Baumaßnahme können aus dem Erläuterungsbericht entnommen werden. Für Beschaffung von Strom und Wasser sind, besonders im Bereich der Startgrube, weite Strecken zu überbrücken. Teilweise gibt es alte Wasserleitung der Deutsche Bahn AG die genutzt werden können. Eine davon befindet sich in der Nähe des für die Bauleitung vorgesehen Platz. Die Bauausführung erfolgt unter laufendem Bahnbetrieb und in enger Abstimmung mit der Deutschen Bahn AG. Arbeiten im gleisnahen Bereich sind überwiegend innerhalb vorgegebener Sperrpausen sowie teilweise in Nacht- und Wochenendarbeit auszuführen. Zudem sind umfangreiche Anforderungen an Wasserhaltung, Lärm- und Umweltschutz sowie an den Umgang mit belasteten Böden zu berücksichtigen.
Weitere Einzelheiten entnehmen Sie dem Leistungsverzeichnis.
Bahngelände südlich Hauptbahnhof und Speditionsgelände westlich der Bahngleise. Gelände nördlich Theodor-Heuss-Ring.
Siehe Anlage "Zuschlagskriterien"
Bauablauf-, Bauzeiten- und Logistikkonzept auf Basis des vorliegenden vom Auftraggeber erstellten Bauzeitenplans, einschließlich Havariekonzepte und Sicherheitskonzepte für verschiedene auftretende Betriebszustände.
Konzept für die Ausführung der Vortriebsarbeiten unter sensibler Bahninfrastruktur bei laufendem Bahnbetrieb.
Projektleitung und Stellvertretung, Vortriebsmaschinist Nr. 1 und Nr. 2, Belege zur Qualifikation (z.B. akademischer Grad) sowie kontinuierliche Fortbildung, jeweils personenbezogene Berufserfahrung bei der Abwicklung von vergleichbaren Projekten, Rolle im Projekt, Kunden, Projektnamen, Projektlaufzeit, Projektbeschreibung mit relevanten Projektmerkmalen.
Ergeht eine Mitteilung des Auftraggebers, der Rüge nicht abhelfen zu wollen, kann der Bieter wegen Nichtbeachtung der Vergabevorschriften ein Nachprüfungsverfahren nur innerhalb von 15 Kalendertagen nach Eingang vor der Vergabekammer beantragen.Nach Ablauf der Frist ist der Antrag unzulässig (§ 160 GWB).
Wiesbaden
Die Öffnung der Angebote ist nicht öffentlich und erfolgt von der Einkaufsabteilung im Beisein der zuständigen Revision.
Die Nachforderung von Unterlagen erfolgt nach Maßgabe des § 16a EU VOB/A. Fehlende, unvollständige oder fehlerhafte unternehmensbezogene Unterlagen, Erklärungen und Nachweise können nachgefordert werden. Die Entscheidung über die Nachforderung liegt im pflichtgemäßen Ermessen des Auftraggebers. Ein Anspruch der Bieter auf Nachforderung besteht nicht.
Siehe Anlage "Eigenerklärungen zur Eignung" für die kompletten Anforderungen zu technischer und beruflicher Leistungsfähigkeit.
Siehe Anlage "Eigenerklärungen zur Eignung" für die kompletten Anforderungen zu wirtschaftlicher und finanzieller Leistungsfähigkeit.
Siehe Anlage "Eigenerklärungen zur Eignung" für die kompletten Anforderungen zu sonstiger Eignung oder Eignung zur Berufsausübung.
-Vertragserfüllungsbürgschaft (5% der Auftragssumme inkl. Umsatzsteuer)-Mängelansprüchebürgschaft (3% der Bruttoabrechnungssumme)
Sicherheiten sind nur bei Auftragssummen über 250.000 EUR netto zu leisten.
Nachweis einer Berufshaftpflichtversicherung (oder einer entsprechenden Versicherungsbestätigung für den Auftragsfall) mit einer Deckungssumme von mindestens 10,0 Mio. EUR für Personenschäden sowie 10,0 Mio. EUR für Sach- und Vermögensschäden je Schadensereignis. Die Versicherung hat die Risiken des ausgeschriebenen Projekts abzudecken. Einzelheiten ergeben sich aus den Vergabeunterlagen.
Die Ausführung der Leistungen im Bereich der Eisenbahninfrastruktur steht unter dem Vorbehalt der Erteilung der erforderlichen betrieblichen und behördlichen Genehmigungen, insbesondere der Zustimmung der Deutschen Bahn AG.Der Auftragnehmer hat keinen Anspruch auf Beginn der Ausführung vor Vorliegen dieser Voraussetzungen.Soweit sich hieraus Verschiebungen der Ausführungsfristen ergeben, gelten die Regelungen des § 6 VOB/B. Vergütungsansprüche entstehen nur für tatsächlich erbrachte und vom Auftraggeber angeordnete oder freigegebene Leistungen.
Vorbereitende Leistungen des Auftragnehmers (insbesondere Arbeitsvorbereitung, Disposition von Personal und Geräten, Baustelleneinrichtung und Materialbestellungen) erfolgen auf eigenes Risiko und begründen keinen Anspruch auf Vergütung oder Entschädigung.